
Kongress im Rahmen der 76. Berlinale
CONNECT FOR CHANGE –
Dialoge auf Augenhöhe
in Zusammenarbeit mit Cast Me In / Casting Network
Freitag, 13. Februar 2026
Max-Liebermann-Haus am Brandenburger Tor, Berlin
Viele von uns spüren es: Das Thema Vielfalt erfährt derzeit einen deutlichen Backlash. In der Branche wird vielerorts verunsichert zurückgerudert – doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Laut aktuellen Zahlen fühlen sich rund 60 Prozent der Menschen in Deutschland von der medialen Berichterstattung nicht repräsentiert (Civey, Juli 2025). Besonders im Osten, bei jungen Generationen und in strukturschwächeren Regionen ist diese Entfremdung massiv – ein Alarmsignal für die gesellschaftliche Relevanz von Film und Medien.
Filme prägen unser Zusammenleben entscheidend. Eine vielfältige Repräsentation vor und hinter der Kamera ist kein „Nice-to-have“, sondern Voraussetzung für eine innovative und zukunftsfähige Medienkultur. Umso drängender stellt sich die Frage:
Warum lohnt es sich gerade jetzt, sich weiter für Vielfalt einzusetzen? Welche Argumente tragen wirklich – und wie sichern wir unsere Relevanz in einer sich wandelnden Gesellschaft?
Seit zwölf Jahren setzt sich ProQuote Film und seit fünf Jahren Cast Me In für strukturelle Veränderungen in der Film- und Fernsehbranche ein. Vor diesem Hintergrund findet im Rahmen der 76. Berlinale der diesjährige Kongress statt.
Teil I – Panel & Austausch (geschlossene Veranstaltung)
14:00 – 17:00 Uhr
Der Kongress eröffnet mit einer Keynote der Emmy-Preisträgerin (2025) Patrice Jetter. Im anschließenden Panel „Visionen gegen den Backlash“ diskutieren Vertreter*innen aus Politik, Filmbranche und Communities über Barrierefreiheit, nachhaltige Veränderungsprozesse, internationale Best Practices und strukturelle Herausforderungen.
Ein zentrales Element des Kongresses ist das Networking-Format „Dialoge auf Augenhöhe“. In vorbereiteten Gesprächsräumen kommen marginalisierte Communities direkt mit Entscheidungsträger*innen ins Gespräch. Ziel ist es, Berührungsängste abzubauen, Perspektiven sichtbar zu machen und einen echten Austausch zu ermöglichen – jenseits von Schlagworten oder Stellvertreter*innendebatten.
Viele der Beteiligten kennen die Herausforderungen der jeweils anderen kaum. Genau hier setzt dieses Dialogformat an: zuhören, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Hinweis: Dieser Teil des Kongresses ist eine geschlossene Veranstaltung. Die Teilnahme ist ausschließlich auf Einladung möglich.
Ein starkes Bündnis für Vielfalt und soziale Nachhaltigkeit
Besonders macht diesen Kongress auch das breite Bündnis dahinter. Insgesamt 15 Verbände, Initiativen und Organisationen marginalisierter Communities sind aktiv eingebunden und mit ihren Vorständen vertreten. Vielfalt wird hier nicht isoliert gedacht, sondern intersektional und vernetzt.
Zu den mitwirkenden Organisationen zählen u. a.:
Quote Ost · Let’s Change the Picture · Schwarze Filmschaffende e. V. · Muslim Futures · Roma Trial e. V. · Minderheitensekretariat der vier autochthonen Minderheiten und Volksgruppen · Kinoblindgänger gGmbH · Rollenfang · ZfK / Trube Stiftung · Vielfalt im Film e. V.
Teil II – Sponsor Networking (offene Veranstaltung auf Anmeldung)
18:00 – 20:00 Uhr
Im Anschluss findet ein Sponsor Networking statt, das bewusst als offener Teil der Veranstaltung konzipiert ist. Das Format basiert auf einer Harvard-Studie, die zeigt: FLINTAQ*-Personen und marginalisierte Menschen profitieren besonders dann, wenn sie durch eine aktive Empfehlung unterstützt werden. Diese Rolle übernimmt die sogenannte Sponsor*in – eine Mittelsperson, die gezielt Kontakte herstellt und Personen persönlich im eigenen Netzwerk vorstellt. So entstehen neue berufliche Verbindungen nicht isoliert, sondern durch gegenseitige Fürsprache.
Das Sponsor Networking startet mit einer klaren Mission: Jede teilnehmende Person ist eingeladen, im Laufe des Abends mindestens eine andere Person zu identifizieren, die sie aktiv im eigenen Netzwerk weiterempfehlen möchte. Möglich wird dies durch offene Gespräche, einen wohlwollenden Austausch und die gemeinsame Frage, wie gegenseitige Unterstützung konkret aussehen kann.
Hinweis: Eine Anmeldung ist bis zum 31.01. möglich. Dieses Event richtet sich an FLINTAQ*-Personen, marginalisierte Personen und Personen, mit Behinderung, die bereits über Berufserfahrung in der Filmbranche verfügen, ihr Netzwerk erweitern und sich gegenseitig stärken möchten. Mitglieder von ProQuote Film und Casting Network / Cast Me In e.V. werden bei der Anmeldung bevorzugt berücksichtigt. Die Teilnahme am Sponsor Networking ist begrenzt auf 60 Plätze. Sollten mehr Anmeldungen eingehen, als Plätze verfügbar sind, treffen wir eine Auswahl, um eine ausgewogene Zusammensetzung der Gruppe zu gewährleisten.
Kampagne „See the Unseen“ – Sichtbarkeit über den Kongress hinaus
Begleitet wird der Kongress von der Plakat- und Social-Media-Kampagne „See the Unseen“. Über den gesamten Berlinale-Monat hinweg werden die Motive im Berliner Stadtraum und digital sichtbar sein. Die Kampagne macht deutlich: Dort, wo Vielfalt im Film fehlt, gehen auch Geschichten, Stimmen und gesellschaftliche Realität verloren.

„See the Unseen“ ist eine Einladung, genauer hinzuschauen, blinde Flecken zu erkennen und neue Narrative zuzulassen – denn nur Diversität stärkt den Film und unsere Perspektiven auf die Welt. Weitere Informationen zur Kampagne werden bald hier ergänzt.
Diese Veranstaltung wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), die Filmförderungsanstalt (FFA), den Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) und die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Sie wird unterstützt von der ARD Degeto Film GmbH, der Studio Hamburg Production Group, Fair Play Film und Kultur sowie Red Club.
