Pressemitteilung
ProQuote Film & Cast Me In: Kongress und bundesweite Plakat- und Social-Media-Kampagne für mehr Vielfalt im Film
Die Kampagne „See the Unseen” und der Kongress „Connect for Change – Dialoge auf Augenhöhe“ am 13. Februar senden zur Berlinale ein starkes Zeichen gegen die gesellschaftlichen und politischen Gegenbewegungen in Bezug auf Vielfalt.
Berlin, 06. Februar 2026 – ProQuote Film und Cast Me In starten anlässlich der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin die bundesweite Plakat- und Social-Media-Kampagne „See the Unseen“. Die Aktion möchte sichtbar machen, was in deutschen Filmen häufig unsichtbar bleibt: marginalisierte Perspektiven, unterrepräsentierte Lebensrealitäten und strukturelle Ausschlüsse von Frauen*, queeren Personen, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationsgeschichte, Ostdeutsche uvm. Die Kampagne ist ein Aufruf für erkennbar mehr Vielfalt, Repräsentation und gesellschaftliche Verantwortung in der deutschen Film- und Fernsehbranche. Herzstück der Kampagne ist der Branchenkongress „Connect for Change – Dialoge auf Augenhöhe”, der am Freitag, dem 13. Februar 2026, in Berlin stattfindet.
„Es ist viertel vor zwölf, um das Thema Vielfalt ernsthaft anzugehen. Vielfalt ist nicht nur eine existenzielle Notwendigkeit für unser demokratisches Zusammenleben, sondern auch eine der offensichtlichen Lösungen für das Fortbestehen der Branche, denn vielfältige Geschichten sind erwiesenermaßen erfolgreicher, weil das Publikum sich in ihnen wiedererkennt”, so Paula Essam, Vorsitzende ProQuote Film e.V. Leonard Grobien, Vorstandsmitglied von Cast Me In e.V. ergänzt: „Die aktuelle Situation macht deutlich, dass es jetzt eine starke gemeinsame Stimme braucht, um die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit unserer Branche zu sichern.“
Die Kampagne: „See the Unseen“
Im gesamten Berlinale-Zeitraum sind vier großformatige Plakate im Berliner Stadtraum zu sehen. Für die Motive konnten namhafte Aktivist*innen und Filmschaffende gewonnen werden, die für unterschiedliche Vielfaltsdimensionen in der Branche stehen: Barbara Fickert, Bloggerin und Aktivistin für Barrierefreiheit im Film, Paula Essam, Filmschaffende, Moderatorin und Aktivistin für FLINTA*- und Schwarze Repräsentation, Hayal Kaya, Schauspielerin und Aktivistin für Diversität im Film und Kübra Sekin, Schauspielerin und Aktivistin für Inklusion im Film. Parallel dazu wird „See the Unseen“ digital ausgespielt – auf Instagram unter @seetheunseen_de sowie auf www.see-the-unseen.de. Dort werden die unscharfen Plakatmotive aufgelöst und die Protagonist*innen der Kampagne in Videoformaten sichtbar gemacht. Begleitend startet auf der Website eine quantitative und qualitative Umfrage, die sich an die Bevölkerung richtet. Sie fragt unter anderem: Welche Perspektiven fehlen? und Was wünschst du?Inwiefern fühlst du dich im deutschen Film repräsentiert? Ziel ist es, Vielfaltsbedarfe sichtbar zu machen und als Grundlage für weitere strukturelle Veränderungen in der Branche zu nutzen.
Der Kongress: „Connect for Change – Dialoge auf Augenhöhe“
Visionen gegen den Backlash: Der Kongress findet am Freitag, dem 13. Februar 2026 im Max-Liebermann-Haus statt. Keynotes kommen von den Emmy-Preisträger*innen 2025 Patrice Jetter und Ted Passon (PATRICE: THE MOVIE) sowie Paula Poprawa, Referentin Geschäftsführung und Gesamtherstellungsleitung Constantin Film. Auf dem Panel „Visionen gegen den Backlash“ diskutieren Vertreter*innen aus Politik, Filmbranche und Communities über Barrierefreiheit, nachhaltige Veränderungsprozesse, internationale Best Practices und strukturelle Herausforderungen. Teilnehmende sind u.a. Anne Zander, Schauspielerin und Della-Award-Gewinnerin als „Beste gehörlose Schauspielerin“, Frank Rusko, Diversity Manager des ZDF, Kübra Gümüşay, Sprach- und Transformationswissenschaftlerin, Autorin und TEDx-Speakerin sowie Esra und Patrick Phul, Creator*innen von All Heroes Are Bastards. Es folgt – als zentrales Element des Kongresses – das Networking-Format „Dialoge auf Augenhöhe“, bei dem marginalisierte Communities mit Entscheidungsträger*innen der Filmbranche direkt ins Gespräch kommen. Im Anschluss findet ein Branchen-Networking statt. Am 14. Februar, 12:00 Uhr, wird PATRICE: THE MOVIE in Anwesenheit des Regisseurs im „Kino und Bar in der Königstadt“ gezeigt. Die Matinee ist eine Veranstaltung von ProQuote Film und Cast Me In in Kooperation mit dem Rollenfang Filmlab und Vielfalt im Film.
Warum der Kongress und die Kampagne? Der Berlinale-Kongress 2026 findet vor dem Hintergrund eines spürbaren Backlashs gegenüber Vielfalt und Repräsentation in Film und Medien statt. Die Aktion macht auf konkrete Repräsentationslücken aufmerksam: Obwohl rund 10 % der Bevölkerung in Deutschland mit einer Behinderung leben, sind Menschen mit Behinderung in Film und Fernsehen nur in etwa 1 % der Rollen präsent. Ähnliche Ungleichgewichte zeigen sich in Bezug auf Migrationserfahrungen, queere Lebensrealitäten oder Geschlechtergerechtigkeit. Wo Vielfalt im Film fehlt, gehen Perspektiven verloren – und mit ihnen die Chance auf ein differenziertes gesellschaftliches Selbstbild und ein besseres Zusammenleben.
Die Kampagne „See the Unseen“ und der Kongress „Connect for Change – Dialoge auf Augenhöhe“ sind eine Initiative von ProQuote Film und Cast Me In. Sie werden gefördert durch: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), Aktion Mensch, Filmförderungsanstalt (FFA) und Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB). Die Initiative wird unterstützt von: Studio Hamburg Production Group, ARD Degeto Film GmbH, MOIN – Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Red Club, Institut für Schauspiel, Film- und Fernsehberufe an der vhs Berlin-Mitte, Preproducer sowie Fair Play Film und Kultur.
Das Kreativteam von „See the Unseen“, Aryanti Ingenillem und Petra Gerlach, zur Kampagne: „Filme prägen unsere Sicht auf die Welt. Wenn Vielfalt im Film fehlt, fehlen uns Perspektiven und ein Stück Realität. Mit SEE THE unSEEN möchten wir dazu ermutigen, genauer hinzuschauen und Vielfalt als Stärke für die Zukunft des deutschen Films zu begreifen“. Die bewusst unscharfen Porträts der Plakatkampagne führen per QR-Code zur Auflösung auf see-the-unseen.de und Social Media, um noch mehr Aufmerksamkeit zu schaffen. (Fotografin: Annette Etges, Video: Antje Rieken)
Beteilige Vereine und Verbände sind neben ProQuote Film und Cast Me In e.V.: Berlin Asian Film Network, Kinoblindgänger gGmbH, korientation e.V., Let’s Change the Picture, Minderheitensekretariat der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen, Muslimisch-Deutscher Filmverband e.V., Queer Media Society, Quote-Ost, Rollenfang, RomaTrial e.V., Schwarze Filmschaffende e.V., Vielfalt im Film sowie ZFK-BB (Zentrum für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen Berlin/Brandenburg e.V.). Mehr zu ProQuote Film und Cast Me In.
ProQuote Film und Cast Me In laden ausdrücklich dazu ein, die Kampagne sichtbar zu machen, zu teilen und weiterzutragen – digital wie analog. Für Interviews und weitere Informationen stehen die Vorständ*innen von ProQuote Film und Cast Me In gerne zur Verfügung. Zusätzlich stehen Gäst*innen sowie Teilnehmer*innen für Interviews bereit, u.a. Ted Passon, Anne Zander, Hayal Kaya, Mo Asumang, Kübra Sekin und Leslie Malton.
Akkreditierungen: Der Berlinale-Kongress ist eine geschlossene Veranstaltung. Akkreditierungen für Pressevertreter*innen sind stark begrenzt und auf Anfrage an Nikola Mirza, info@jellypress.de, möglich. Informationen zur Kampagne und zum Kongress gibt es hier.
Pressekontakt:
Ana Rivtina (sie/ihr) – presse@proquote-film.de
Nikola Mirza (er/ihm) – info@jellypress.de, Mobil: 0177-330 85 24
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Download: Foto Paul Essam, ProQuote Film © Maximilian König
Download: Foto Leonard Grobien, Cast Me In © Jacqueline May
Download: Foto Tina Thiele, Cast Me In © Jacqueline May